Etwas zum Kennenlernen

Mein Mann und ich leben im schönen Abenstal in Niederbayern. Zwei meiner drei erwachsenen Söhne sind mittlerweile ausgezogen. 2005 habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt und mir einen griechischen Hund von einer Tierschutzorganisation nach Hause geholt.

Mir kam überhaupt nicht in den Sinn, dass dieser hübsche, kleine Grieche zu einem Problemhund werden könnte und ahnte nicht welche unangenehmen Folgen ein Zusammenleben mit einem “geretteten” Hund haben kann. Welcher Erst-Hundebesitzer denkt schon daran, dass sich das kleine süße Wollknäuel mit der Zeit zu einem sozial unsicheren, ängstlichen Häufchen Elend entwickeln könnte?

Apollo wirkte ernster, schreckhafter und war nicht so verspielt, wie andere Hunde. Von manchem “Hundeexperten” wurde mir erklärt, sein Verhalten sei die rassetypische Eigenschaft für einen Kangalmix, darum spielt er nicht, sondern bellt, knurrt und verteidigt jeden Stein. Es war bald unmöglich sich entspannt in der Öffentlichkeit zu bewegen. Jede gemeinsame Unternehmung mit Apollo wurde mehr und mehr zu einer Herausforderung.

Im Sommer 2005 lernte ich das Rudelkonzept kennen und begann mit Apollo ein intensives Mensch-Hund Training. Innerhalb kurzer Zeit veränderte sich sein Verhalten so positiv wie ich es mir bisher nicht vorstellen konnte. Unsere Beziehung verbesserte sich von Tag zu Tag.

Mein griechischer Straßenhund wurde sozial immer sicherer, selbstbewusster und dadurch unproblematisch in vielen Alltagssituationen. Einkaufszentrum, Fußgängerzone, Restaurantbesuche und vor allem Kontakte mit Artgenossen waren bald kein Problem mehr. Durch die intensive Beziehungsarbeit mit Apollo hatte ich nach kurzer Zeit einen entspannten Rüden, der keine Leine brauchte, den ich überall mit hinnehmen konnte und der in jeder Situation souverän reagierte.

Am 31.01.2016 musste ich Apollo nach einer schweren Krankheit, auf die ich überhaupt nicht vorbereitet war, gehen lassen. Auf Grund der engen Beziehung zu diesem einzigartigen Hund aus Zentral-Griechenland war eine Zeitlang nichts mehr wie es war…

Seit 2007 arbeite ich als Hundetrainerin nach dem Rudelkonzept und helfe meinen Kunden eine enge Bindung zum Hund aufzubauen mit gegenseitigem Vertrauen und Respekt.

Jakira Delphi, meine tschechoslowakische Wolfhündin ist 2014 im Alter von acht Wochen bei uns eingezogen. Sie wurde von Anfang an von uns artgerecht erzogen. Da Apollo ein absolut instinktsicherer und ursprünglicher Hund war, hatte ich eine große Hilfe bei der Erziehung der kleinen Wolfhund-Hexe.

Delphi lief von Anfang an ohne Leine und wir sind Dank der artgerechten Erziehung, die meine mittlerweile vierjährige Wolfhündin genießt, ein sehr gutes Team. Das Rudelkonzept hat auch bei der kleinen Tschechin gegriffen und das unsichtbare Band zwischen uns wurde immer enger. Apollo war mein bester Freund und Lehrmeister.

Delphi und ich haben jeden Tag Spaß zusammen, sind soviel wie möglich mit dem Fahrrad und zu Fuß in der Natur unterwegs. Wir spielen täglich “Flitzibi”, machen “Natural Agility” und genießen die gemeinsam verbrachte Zeit. Urlaub ohne Hund kommt für mich nicht in Frage.

Im Frühjahr 2015 habe ich mich als staatlich anerkannte Hundetrainerin nach §11 Tierschutzgesetz (Landratsamt Kelheim) zertifiziert.

 

Delphi hat am 20. Mai 2018 ihre Welpen zur Welt gebracht. Sechs wunderschöne tschechoslowakische Wolfhundwelpen haben an diesem Tag das Licht der Welt erblickt. Drei Hündinnen und drei Rüden sind aus der Verpaarung mit dem belgischen Deckrüden Elodin Sedy poklad hervorgegangen.
Die Welpen hatten eine 24 Stunden Rundum-Sorglos-Betreuung und sind bei uns im Haus aufgewachsen. Wir haben die Prägungsphase (4. – 8. Lebenswoche) genutzt, um die Welpen bestens auf ihre Umwelt zu prägen. Ab der 4. Woche waren täglich Besucher und auch andere Hunde in Haus und Garten.

Mit sechs Wochen sind die Welpen das erste Mal mit dem Auto zum Hafen gefahren. Dort waren wir mit den Zwergen mit dem Motorboot auf der Donau unterwegs, um sie an verschiedenste Geräusche und an die fremde Umgebung zu gewöhnen. Den Kiesstrand haben sie vorsichtig erkundet und Delphi hat ihre Welpen am Donaustrand gesäugt.
Mehrere Biergartenbesuche in einem kleinen Gehege mit Kontakt zu vielen verschiedene Menschen und Situationen haben die Kleinen erlebt. Eine Fahrt auf der APE in der Flugbox war eines der Highlights.

Die Welpen sind absolut unempfindlich gegenüber Geräuschen, was uns sehr wichtig war. Durch meine langjährige Arbeit als Hundetrainerin weiß ich wie wichtig eine optimal genutzte Prägungsphase ist. Ich habe sehr viele Hunde kennengelernt, die vor vielen Dingen Angst haben und sehr unsicher sind.


Um selbstbewusste und sozial sichere Welpen an die künftigen Besitzer abgeben zu können, haben mein Mann Jörg, meine Jungs Nico und Patrick, Nicos Lebensgefährtin Bianca und ich sehr viel Energie in die Aufzucht der Welpen gesteckt.
Diese acht Wochen waren eine sehr anstrengende, wunderschöne, emotionale, lehrreiche und intensive Zeit – eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
„Das kann mir keiner mehr nehmen“
Der Aufwand hat sich jetzt schon ausgezahlt. Aracho, der hellste Rüde, ist bei seiner Mama und bei uns geblieben. Der hübsche Welpe ist nach 6 Monaten schon 30 kg schwer. Aracho ist ein selbstbewusster, lustiger Wolfhund, der uns jeden Tag wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

 

Und falls sich jemand wundert wie man sechs Wolfhundwelpen transportiert:

mit dem Wolfhundwelpen-Transport-Mobil 😉